Wirtschaftswachstum führt zu Kapazitätsengpässen / Stau bei den weltweiten Lieferketten

09.06.2021

Wirtschaftswachstum führt zu Kapazitätsengpässen

Grosse Teile der Schweizer und Deutschen Wirtschaft haben sich bereits gut vom Corona Jahr 2020 erholt. Seit anfangs März spüren wir ein deutliches Wachstum bei Transport-, Verzollungs- und Logistikdienstleistungen.

Der Druck auf unsere Fahrer und Disponenten in der Zustellung "auf der letzten Meile" hat daher deutlich zugenommen. Wir haben auf das steigende Transport- und Logistikvolumen sofort reagiert und versucht, zusätzliche LKW und Fahrer zu rekrutieren. Dies ist uns leider aber nicht wie gewünscht gelungen. Die meisten LKW-Hersteller melden wegen fehlender Komponenten massiv längere Lieferfristen und gut ausgebildetes Fahrpersonal ist leider auch nicht schnell und einfach zu finden. Daher konnten wir in den letzten Wochen nicht alle Terminwünsche einhalten. Wir möchten uns dafür herzlich entschuldigen. Zur Zeit arbeiten wir mit Hochdruck daran, unsere Kapazitäten fürs Herbstgeschäft auszubauen.

Stau bei den weltweiten Lieferketten

Viele Kunden beklagen sich über steigende Rohmaterialpreise und längere Lieferfristen. Bis heute wirkt die Suezkanal-Blockade der "Ever Given" von Ende März nach. Inmitten eines wieder aufblühenden Handels mit Asien wurde die wichtigste Schiffspassage für eine Woche unterbrochen. Wir alle wurden schmerzlich daran erinnert, dass ein Grossteil der Güter, die wir konsumieren, auf dem Seeweg nach Europa kommen. Wegen den massiven Verspätungen kommt es nun auch zu einer Verknappung der Leercontainer. Viele Exporteure können ihre Güter nicht verladen, weil die Containerdepots schlicht "leer" sind. Die Reedereien nutzen die Situation aus und haben die Raten massiv erhöht. So kostet ein 40'-Container von Shanghai nach Rotterdam mittlerweile fast USD 10'000.-. Dies ist das Fünffache gegenüber dem Vorjahr.

Der Chef von Deutschlands grösster Reederei Hapag-Lloyd, Rolf Habben Jansen, geht Medienberichten zufolge davon aus, dass der Verkehrsstau bis in den Herbst hinein dauert. Mittlerweile gebe es Schiffe, die bis zu fünf Wochen verspätet sind. Die Hapag-Lloyd kündigte deshalb an, dass sie aufgrund der Überlastung der deutschen Seehäfen für alle Seecontainer einen Stauzuschlag einführen werden. Um den Exportkunden trotzdem weiterhin Verschiffungsmöglichkeiten anbieten zu können, hat Hapag-Lloyd kürzlich in China für USD 550 Millionen 150'000 neue Container bestellt (USD 3666.- pro Stück).

Auch unsere LKW warten in den Nordhäfen (Antwerpen/Rotterdam/Bremen/Hamburg) teilweise mehrere Stunden, um an den Hafenschuppen Güter auf- oder abzuladen. Eine optimale Tourenplanung unserer internationalen Verkehre ist fast unmöglich. Falls sich die Situation nicht verbessert, sehen wir uns leider gezwungen, diese Mehrkosten an unsere Kunden weiterzugeben.

Wir danken für die gute Zusammenarbeit und wünschen Ihnen einen schönen Sommer.